SG Bornim vorherige seite inhaltsverzeichnis nächste seite
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Aufstieg und Fall der SG Bornim Extra für unsere Jubiläumsausgabe aufgehoben haben wir uns die Vorstellung unseres langjährigen Ortsrivalen der SG Bornim.

1927 gegründet, fusionierte der BSC Bornim ein Jahr später mit Schwarz-Weiß-Grün Universum Töplitz, um fortan unter dem gemeinsamen Namen BSC Schw.W.Gr. Bornim die Berliner Bezirksklasse unsicher zu machen. Später wurde man der Kreisklasse Havelland zugeteilt.
Nach dem Krieg gründete man sich dann als SG Bornim neu. Lange Zeit spielte der Verein in der Bezirksklasse, ehe 72 erstmals der Aufstieg in die Bezirksliga gelang. Dort traf man 1980 erstmals auf Motor Babelsberg, wo mit 1050 Zuschauern, der immer noch aktuelle Zuschauerrekord aufgestellt wurde. 84 stieg die SG jedoch erneut für 7 lange Jahre in die Bezirksklasse ab.
Erst nach der Wende und dank des Zusammenbruchs von Motor Babelsberg kehrten die Dörfler in die Bezirksliga zurück, um dort erneut auf Motor Babelsberg zu treffen.
Ein Autohändler namens Uwe Schröder hatte inzwischen den Präsidentenstuhl erklommen und wollte mit reichlich Kohle die SG nach oben bringen. Verstärkt mit etlichen ehem. Motor-Spielern wie Pannek, Fabian, Köppchen, Bessert, Fabian, Bosecker u.a. sollte die Bezirksliga nur eine Zwischenstation sein. Bereits im 1.Saisonspiel kam es zum Derby an der Mitschurinstr. In diesem packenden Match, das 2:2 endete, konnte Motor erst kurz vor Schluß ausgleichen. Das Rückspiel im Karli fiel dann klarer aus - 5:0 für Motor! Als Tabellenneunter schaffte der Verein dennoch die Qualifikation für die neue Landesliga. Vom LFB als spielerisch gleichstark vermutet, sollte die SG Bornim in der Nord und Nulldrei in der Südstaffel starten. Während Babelsberg in der Süd ungefährdet seine Kreise zog, holten die Mannen von Neu-Coach Wolfgang Metzler ebenfalls den Staffelsieg und Aufstieg in die Verbandsliga. Garant für den Aufstieg waren wieder einmal ehem. Babelsberger, die von Schröder aufs Land gelockt wurden: Mathias Morack, Andreas Hintze, Sven Fiedler und Roland Müller.
Gemeinsam ging es 1993 ins erste VL - Jahr. Aufgrund der schlechten sanitären Bedingungen wurde beantragt, ebenfalls im Kali spielen zu dürfen. Die Stadt als Besitzer gewährte und löste damit enorme Proteste in Babelsberg aus. Es kam zum Eklat. Als die Bornimer Spieler zum ersten Mal im Karli aufliefen, stand fett mit weißer Farbe “Bornim Go Home” auf dem Rasen. “Unbekannte” Babelsberg Fans hatten so ihrem Unmut Luft gemacht.
Bornim rüstete weiter auf. Aus Brandenburg holte man Spieler wie Weigang, Putschkov, Zschiedrich. Desweiteren verstärkten Jonekeit und Andreev den Kader der Bornesen. Im ersten Jahr konnte dazu beide Derbys gegen Nulldrei mit jeweils 1:0 gewonnen werden (1X I.Hecht, 1X Jonekeit). Trotz ansehnlichen Spiels blieben die Zuschauer dennoch aus. Am Ende wurde man nur 3. hinter Eberswalde und Babelsberg. Wolfgang Metzler sah bei Nulldrei die besseren sportlichen Perspektiven und wechselte zum Rivalen. Die Spieler Jonekeit und Andreev nahm er gleich mit. In der Winterpause sollten Morack und Ingo Hecht folgen.
Als Glücksgriff erwies sich für die Bornimer die Verpflichtung von Eckehard Düwiger, dem einstigen Oberliga-Trainer von Stahl Brandenburg als Nachfolger Metzlers. Er schaffte im ersten Anlauf das Wunder. Doch das nur dank Einführung der 3-Punkte-Regel in Deutschland. Denn so lag Bornim am Saisonende mit einem Punkt vor Babelsberg und stieg in die Oberliga auf. Finanziell sah es jedoch alles andere als rosig aus. Auf Wunsch der Spieler ließ man sich trotzdem auf das Abenteuer Oberliga ein. Zielstellung war ganz klar der Klassenerhalt. Düwiger verließ bald wegen ausbleibenden Zahlungen den Verein, ebenso Bessert und Weigang, die zu Nulldrei wechselten. Dafür wechselten gleich mehrer Nulldreier im Gegenzug nach Bornim: die Gebrüder Hecht, Michael Bengs, Clemens und Westphal. Als Coach wurde Karl Jahnke gewonnen. Bereits wenige Wochen später kündigte der Verein die Verträge mit 7 Spielern. Im Oktober 95 drohte dem Verein dann das totale Aus. Präsident Schröder trat zurück, ebenso Jahnke nach Differenzen mit den Spielern. Nur durch den Verzicht der Spieler auf die ihnen zustehende Entschädigung konnte der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden. Carsten Bosecker übernahm den Trainerstuhl und dank einer starken Rückrunde konnte am Ende der 13.Platz errungen werden.
Das zweite Jahr erwies sich wie erwartet schwerer. Dazu kam, daß man erneut auf Babelsberg traf und diesmal zweimal mit 0:4 den kürzeren zog. Dennoch sicherte sich der Verein vorzeitig den Klassenerhalt. Im April 97 wurde ein neuer Vorstand gewählt, der Düsseldorfer Andreas Schneider wurde Präsident. Mit Hilfe eines Sponsorenpools sollte der finanzielle Unterbau geschaffen werden, um in der folgenden Saison einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen. Viele Neuzugänge kamen und gingen. Den Spielern fehlte jedoch die Identifikation mit dem Verein. Eine Niederlage folgte der anderen. Erstes Opfer wurde Atze Bosecker - sein Traineramt übernahm erst Schwabbauer als Spielertrainer und im Oktober 97 Werner Funk. Aber auch er konnte den Abstieg in die Verbandsliga nicht verhindern. Dort übernahm Uwe Patz, Ex-Motor-Kicker die Mannschaft. Die SG spielte eine gute Saison, doch erneut nicht gehaltene Zusagen ließen viele Leistungsträger abwandern. Man sah keine Möglichkeit eine weitere Saison VL zu spielen und meldete die I. ab. Der Platz der II. in der Landesklasse blieb. Dort versuchte man, mit einer Mischung aus Spielern der II. und III. Männer sowie den A-Junioren die Klasse zu halten. Der zu Saisonbeginn verpflichtete Trainer Andy Voß verließ mangelnder Perspektive schnell wieder das sinkende Schiff. So übernahm der A-Junioren - Trainer Wolfgang Worm zusätzlich das Amt des Landesklassencoachs. Vermehrt setzte er auf seine Juniorenspieler. Dieser dadurch entstandenen Doppelbelastung waren die Jungs nicht gewachsen. Der Abstieg unvermeidbar. Im Jahre 2000 fand sich der Verein also in der Kreisliga wieder. Ein letzter Neubeginn wurde gewagt. Angetrieben durch Marco Leps konnte die Mannschaft und der Verein neu formiert werden. Es sollte wieder ein Familienverein werden, der die sportl. Ziele nicht außer acht lässt. Mittelfristig soll die Landesliga angestrebt werden.
Nach einem recht mäßigen Saisonstart, der hinter den Erwartungen blieb, hat sich die Mannschaft zum Ende der Hinrunde 01/02 an das Spitzentrio der Liga herangekämpft. Spieler wie Pannek, Morschek, Weißfuß oder Weilbach kehrten zurück. Ein Aufstieg ist jedoch kein Muß. Mannschaften wie der VFL Nauen II oder der FSV Babelsberg 74 gehören wohl noch zu den aussichtsreichsten Aufstiegsanwärtern. Beim letzten Potsdamer Hallenmasters konnte man sich jedoch überzeugen, daß der Bornimer Fußball immer noch lebt!

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