Archiv
Die selbsterfüllende Prophezeiung
Die selbsterfüllende Prophezeiung beschreibt das Phänomen, dass ein erwartetes Verhalten einer anderen Person (Prophezeiung) durch eigenes Verhalten erzwungen wird. Erwartet jemand ein bestimmtes Verhalten von seinem Gegenüber, erzwingt er durch eigenes Verhalten genau dieses Verhalten. (Wikipedia)
Jedes Jahr unken zahlreiche Nulldrei-Fans über schwache Frühjahrsrunden der ersten Mannschaft des SVB. Man kann Wetten darauf abschließen, dass zu Weihnachten irgendwer damit anfängt, eine schwache Rückrunde herbeizureden.
Nach 15 Meisterschaftsspielen stand Nulldrei auf Rang sechs mit 10 Punkten Rückstand zur Spitze. Gerade hatte man gute Spiele gegen die Spitzenteams aus Zwickau (1:2) und Nordhausen (2:2) gemacht.
Im Frühjahr startete man im Prinzip nicht schlecht. Beim BAK unterlag Nulldrei unglücklich 0:1. Gegen Magdeburg verlor man trotz beachtlicher Leistung im heimischen Karli knapp mit 1:2 und in Neustrelitz musste man erneut knapp mit 0:1 den Gastgebern den Vortritt lassen. Die Unkenrufer schienen erneut recht zu behalten und fühlten sich bestätigt.
Das Selbstvertrauen der Hinrunde und die spielerische Leichtigkeit waren dahin. Die Mannschaft verkrampfte zusehends. Es folgten fünf Remis am Stück (Bautzen, Jena, BFC, Charlottenburg, Vikki Berlin) mit mal mehr, mal weniger überzeugenden Leistungen. Nach acht Spielen ohne Sieg in 2015 war aber auch klar, dass die Defätisten recht behalten würden. Die folgenden Niederlagen gegen Union II, Halberstadt und Auerbach gingen teilweise an die Grenze des Zumutbaren. Es mag eine Rolle gespielt haben, dass mit dem Rückzug von Plauen und Union II die Messen im Kampf gegen den Abstieg frühzeitig gelesen waren. Verletzungsbedingt zeigten sich auch die Grenzen des Kaders. Aber diese Umstände können den Einbruch letztlich nicht vollständig erklären.
Immerhin: In den verbleibenden Spielen gegen Plauen, Meuselwitz und in Zwickau brachte unsere Equipe die Serie anständig zu Ende. Im FLB-Pokal-Halbfinale lieferte die Elf von Cem Efe einen guten Kampf und war dem Drittligisten aus der Lausitz über weite Strecken ebenbürtig.
Für die kommende Spielzeit sollten sich dennoch alle Nulldreier an die Nase fassen und sich fragen, wem das vorauseilende Abschenken der Rückrunde wirklich hilft. Schluss mit dem Defätismus!
Das langgestreckte Oval des Friesenstadions in Fürstenwalde lag ein wenig abseits des Pokal-Halbfinal-Trubels, weckte aber böse Erinnerungen. Der ein oder andere Nulldreier nahm es als gutes Omen, dass die Halbfinal-Begegnung in der nebenan neu errichteten S.OS Arena ausgetragen wurde, und nicht auf dem Platz, auf dem 2009/10 die Regionalliga-Equipe des SVB beim damaligen Verbandsligisten Fürstenwalde aus dem Pokal ausgeschieden war. Am Ende setzte sich Nulldrei gegen den heutigen Oberliga-Zweiten Fürstenwalde mit 2:0 durch und qualifizierte sich fürs Pokalfinale gegen den Liga-Kontrahenten Luckenwalde.
Erstmals gastierte Nulldrei am vergangenen Freitagabend unter Flutlicht im Albert-Kuntz-Sportpark zu Nordhausen. Der dort heimische FSV Wacker hat seit dem vergangenen Sommer eine Flutlichtanlage.
Wider alle herbeischwadronierten Rückrunden-Traumata bezwang der SVB am vergangenen Freitag die Gäste vom FSV Luckenwalde eindrucksvoll mit 6:1. Nach dem Halbzeit 1:0 durch einen Freistoß von Bilal Cubukcu schraubten Andis Shala, Matthias Steinborn (2), Leon Hellwig und Lauritz Schulze-Buschhoff das Ergebnis in kaum erinnerliche Höhen. Am kommenden Freitag gastiert der SVB in Nordhausen und könnte mit einem weiteren Dreier die Top 5 der Regionalliga noch stärker unter Druck setzen.
Die Regionalliga-Mannschaft des SVB beendete am Sonntag die Hinrunde mit einem respektablen siebten Platz. Zu Hause ist unsere Equipe ungeschlagen. Insgesamt musste lediglich eine Niederlage beim BAK quittiert werden. Die Spitzenteams aus Nordhausen, Jena, Zwickau und vom BFC konnten im Karli nicht gewinnen. Der Rückstand auf den Ersten der Tabelle, Wacker Nordhausen, beträgt zwar zehn Punkte. Doch dies ist kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen. In der Rückrunde besteht ohne Zweifel die Möglichkeit, diesen Rückstand zu verkürzen. Die Fähigkeiten dazu hat unsere Mannschaft allemal. Wir wollen deshalb, dass der Verein die erste Mannschaft ins Trainingslager schickt, um bestmögliche Voraussetzungen für eine optimale sportliche Leistung in der Rückserie zu schaffen.