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Eine Episode ist zu Ende

Als Cem Efe in Babelsberg anheuerte, gingen die Uhren noch anders. Ein gewisser Klaus Brüggemann verpflichtete in der letzten Babelsberger Dritten-Liga-Spielzeit 2012/13 den damaligen Zehlendorfer Oberliga-Coach als Co-Trainer für Christian Benbennek. Letzterer hatte soeben Dietmar Demuth beerbt. Nach Brüggemanns und Benbenneks Rausschmiss im Frühjahr 2013 leitete Cem Efe die letzten Drittliga-Wochen gemeinsam mit Almedin Civa die Geschicke der ersten SVB-Mannschaft. Den Abstieg konnten sie nicht (mehr) verhindern.

Der sportliche und wirtschaftliche Totalschaden wurde vermieden, der SVB meldete sich nicht vom Fußballbetrieb ab, sondern begann mit einem schmerzhaften und langwierigen Konsolidierungskurs. Cem Efe stellte sich der Herausforderung als neuer Chef-Trainer auf dem Trainingsplatz und im Regionalliga-Spielbetrieb. Mit einer zusammengewürfelten Mannschaft, die sich bei Testspielen gegen St. Pauli und Union Berlin im Sommer 2013 noch gut verkaufte, spielte man bis zum Saisonfinale gegen den Abstieg. Am letzten Spieltag zitterte man nach einer 0:1 Niederlage in Meuselwitz bis weit nach Abpfiff, ehe der Klassenerhalt auf dem drittletzten Rang nur dank eines Remis zwischen Erna II und Lok Leipzig feststand. In den letzten neun Spielen gelang nur ein Sieg. Die Abschlusstabelle sah den SVB auf Rang 14 mit 33 Punkten bei 9 Siegen / 6 Remis / 15 Niederlagen und einer Tordifferenz von -13.

Im zweiten Jahr unter Cem Efes Regie kam der SVB gut aus den Startlöchern. Mit den Neuzugängen Cepni, Cubukcu, Schönwälder und Hellwig wies der Kader deutlich mehr Erfahrung und Stabilität auf. Nach der Hinrunde stand Platz 5 im Meisterschaftstableau. Im Frühjahr jedoch verhungerte die SVB Elf regelrecht. Nur noch ein Sieg gelang in der Rückrunde. Am Ende stand mit 31 Punkten Platz 11 zu Buche (8 / 11 / 11 / -2). Ein einstelliger Tabellenplatz war das Ziel, welches nicht erreicht wurde. In der Frühjahrsserie wartete man elf Spiele in Folge auf einen Sieg, verlor zu Hause gegen Halberstadt mit 1:5. Dennoch verlängerte der SVB mit seinem Trainer. „Wir wollen weiter wachsen“, meinte Cem Efe vor seinem dritten Jahr als Chef im Karli. Ein echter Vertrauensbeweis des Vereins.

Die Saison 2015/16 war unabhängig von der abschließenden Platzierung in der letzten Meisterschaftsserie die erfolgreichste Spielzeit unter der Ägide Efe. Die Verpflichtungen von Andis Shala, Matthias Steinborn sowie Philipp Saalbach und Erdal Akdari hatten sich ausgezahlt. Alle wurden auf Anhieb zu Stammspielern. Von den Leistungsträgern der Vorsaison wechselte nur Max Zimmer (zunächst nach Kaiserslautern II, dann zum BAK). Mit dem Landespokalsieg über Luckenwalde und dem sechsten Platz in der Meisterschaft gelang eine beachtliche Steigerung des Punktekontos auf 53 Zähler (13 / 14 / 7 / +20). Hin- und Rückrunde zeigten kaum signifikante Unterschiede. Daheim wurde nur eine Partie verloren.

Erwartungen auf eine weitere Leistungs- und Ergebnissteigerung für die Spielzeit 2016/17 wurden durch die Abgänge der Leistungsträger wie Severin Mihm und Leon Hellwig sowie der offensivstarken, aber verletzungsanfälligen und wenig durchsetzungsstarken Uzun und Uslucan gedämpft. Allerdings gelang es, erneut entwicklungsfähige Neuzugänge (Mike Eglseder (Viktoria 89), Manuel Hoffmann (Halberstadt), Lukas Knechtel (Lübeck) sowie Leonard Koch vom Zweitligisten Union Berlin) an den Babelsberger Park zu lotsen, die den Aderlass kompensieren sollten und die trotz jungen Alters bereits beachtliche Regionalerfahrung mitbrachten.

Zum Ende der laufenden Spielzeit ist zu konstatieren, dass die Integration der neuen Spieler trotz guter Anlagen nicht in dem erhofften Maße zur weiteren Leistungs- und Ergebnissteigerung beigetragen hat. Im Pokalwettbewerb war, wenn auch unglücklich, bereits im Achtelfinale gegen Luckenwalde vor eigenem Publikum im Elfmeterschießen Endstation. Nach 34 absolvierten Meisterschaftspartien Partien stehen 55 Punkte zu Buche (16 / 7 / 11 / +13). Insgesamt fehlte die Konstanz und hin und wieder auch ein wenig der Mut, z.B. auswärts in Fürstenwalde (1:1) und daheim gegen Schönberg (0:0). Manchmal kam Pech oder Unvermögen hinzu, beispielsweise beim Remis daheim gegen RB Leipzig II (1:1) oder bei den beiden 1:2 Niederlagen gegen den BFC Dynamo.

In der Rückrunde gab es zunächst eine Serie von fünf Spielen ohne Sieg (darunter die beste Saisonleistung bei der 2:3 Niederlage in Nordhausen und das freudlose Remis daheim Bautzen (2:2)). Auch gegen Schlusslicht Neustrelitz kam man in der Rückrunde im Karli über ein 0:0 nicht hinaus. Als man sich nach Cem Efes Abschiedsankündigung drei Niederlagen am Stück (Vikki, Erna II, BFC) einhandelte, war Schlimmes zu befürchten. Doch mit dem 2:1 Heimerfolg über Energie Cottbus und weiteren drei siegreichen Matches zum Saisonausklang (LuWa, Meuselwitz, Auerbach), wendete sich die Stimmung wieder zum Besseren.

Regelmäßig hatte man in der abgelaufenen Spielzeit das Gefühl, die Mannschaft dürfte nicht wie sie könnte, Sicherheit stünde an erster Stelle. Der Trainer gab selbst einmal zu Protokoll, lieber einen Punkt zu sichern, statt auf Sieg zu spielen. Insgesamt schienen die jungen Perspektivspieler trotz des ureigenen Anspruchs Cem Efes, junge Spieler zu fördern, zu wenig Spielzeit zu bekommen. Nimmt man die gesamte Saison und den vorhandenen Kader in den Blick, scheint das Potenzial 2016/17 nicht wirklich ausgeschöpft worden zu sein.

Betrachtet man den gesamten Zeitraum des Wirkens von Cem Efe am Babelsberger Park, war das Angebot des SVB zur weiteren Zusammenarbeit nachvollziehbar. Mit seiner Auffassung von Fußball und seinem klaren Bekenntnis zu den Werten des SVB passte Cem Efe prima nach Babelsberg und ins Karli. Weniger verständlich waren allerdings einzelne Aussagen des Coaches in den Interviews nach Bekanntgabe seines Abschieds. „Es war keine einfache Entscheidung. Aber ich habe andere Ziele als sie der Verein ermöglichen kann. Ich hatte gehofft, den nächsten Schritt Richtung Aufstieg gehen zu können. Das ist aber aus finanziellen Gründen nicht machbar. Ich möchte aber nicht mehr um Platz sieben oder acht, sondern um die Spitze mitspielen“, sagte Efe dem MAZ Sportbuzzer. Der Trainer wolle in die Dritte Liga, die Vereinsführung aber nicht, schrieb das Portal fupa.net nach einem Gespräch mit Cem Efe.

Die genannten Ausführungen sind nicht so richtig nachvollziehbar. Der letztjährige Kader war mit Sicherheit ähnlich stark einzuschätzen wie die Mannschaft des Jahres 2015/16 und mit konsequenter Förderung und Forderung sowie dem Quäntchen Glück vielleicht sogar meisterschaftstauglich. Doch im Gegensatz zu Jena, die nach eigener Anschauung gar nichts „Besonderes“ machen, musste es beim SVB immer - „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei“ … gut aussehend - auf engstem Raum zugehen. Dem SVB-Spiel fehlte häufig Tempo und Entschlossenheit. Zuletzt konnte man ungewohnte Konzentrations- und Orientierungsmängel wahrnehmen.

Leider gelang es Cem Efe in dieser Spielzeit nicht in dem erhofften Maße, ein stabiles Kollektiv aus den Stammspielern des Vorjahres und aus den Neuzugängen zu bauen. Regelmäßig schien die Babelsberger Elf der Mut zu verlassen, offensiv zu attackieren und Gegner mit den vorhandenen Mitteln mürbe zu machen. Es mangelte vor allem am Nachrücken aller Mannschaftsteile, dem schnellen Umschaltspiel und offensiven Aktionen über die Flügel, um den wohl torgefährlichsten Kopfballspieler der Liga einzusetzen. Andis Shala kam so nur sporadisch in die beste Abschlussposition und machte dennoch 21 Meisterschaftstore. In Erinnerung bleiben Cem Efes Aussagen, man müsse geduldig spielen, was sich zeitweise in unendlichen Rück- und Querpässen der Vierkette auf Marvin Gladrow widerspiegelte. Eine defensiv orientierte, auf Ergebnissicherung bedachte Spielweise diktierte Cem Efe beispielsweise beim 1:0 Erfolg gegen den BAK der PNN in den Notizzettel.

Die Erfahrung der vergangenen vier Jahre zeigt, dass der SVB auch mit starkem Fokus auf wirtschaftlicher Konsolidierung einen wettbewerbsfähigen Kader auf die Beine stellen kann. Ob anderswo die Bäume in den Himmel wachsen und ein Verein dem Trainer Cem Efe die Verwirklichung seiner Ziele ermöglicht, scheint sowohl theoretisch als auch praktisch recht unwahrscheinlich. Normalweise ist es wohl eher anders herum. Bisher haben die Vereine, die angeblich Interesse an einem Engagement Cem Efes bekundeten, sich jedenfalls noch nicht zu Wort gemeldet.

Vielleicht fehlten Cem Efe aber auch einfach die richtigen Worte, als er seinen Abschied aus Babelsberg bekannt gab. Es könnte sein, dass hier noch Potenzial entwickelt werden muss. Man wird sehen, wo Cem Efe demnächst anheuert. Zum Abschied gilt es deshalb, Danke zu sagen. Man sieht sich sicherlich wieder!

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Zuviel der Ehre ;-)

St. Pauli vs. Union (Foto: imago)Der kleine SVB tauchte kürzlich mal wieder im Profifußball auf. Zwischen geklauten St. Pauli Fahnen präsentierten Union Sympathisanten eine historische Babelsberg Fahne und einen Pullover mit der Aufschrift 1903. Wäre es der 1. April gewesen, hätte man wohl von einem April-Scherz ausgehen können. War es aber nicht.

Osterwasser am Bierbrunnen

Nulldrei im Pokalhalbfinale in FürstenwaldeDas langgestreckte Oval des Friesenstadions in Fürstenwalde lag ein wenig abseits des Pokal-Halbfinal-Trubels, weckte aber böse Erinnerungen. Der ein oder andere Nulldreier nahm es als gutes Omen, dass die Halbfinal-Begegnung in der nebenan neu errichteten S.OS Arena ausgetragen wurde, und nicht auf dem Platz, auf dem 2009/10 die Regionalliga-Equipe des SVB beim damaligen Verbandsligisten Fürstenwalde aus dem Pokal ausgeschieden war. Am Ende setzte sich Nulldrei gegen den heutigen Oberliga-Zweiten Fürstenwalde mit 2:0 durch und qualifizierte sich fürs Pokalfinale gegen den Liga-Kontrahenten Luckenwalde.

Schotter statt Schnaps in Nordhausen

Freistoß für Nulldrei brachte nichts einErstmals gastierte Nulldrei am vergangenen Freitagabend unter Flutlicht im Albert-Kuntz-Sportpark zu Nordhausen. Der dort heimische FSV Wacker hat seit dem vergangenen Sommer eine Flutlichtanlage.

Leider wurde das Babelsberger Spiel auch diesmal nicht mit Punkten belohnt. Wacker entschied die Partie nach Toren von Routinier Pfingsten-Reddig mit 2:0 für sich. Es war die sechste Begegnung mit Wacker Nordhausen ohne Sieg für Babelsberg.

 

Edelreservisten wieder im Geschäft

Pierre König trifft gegen Zehdenick

Der Konsolidierungskurs des SVB in den vergangenen drei Jahren hatte auch auf die unteren Herrenmannschaften massive Auswirkungen. Die jahrelang zur Stammbesetzung der Verbandsliga gehörende SVB Reserve und die bis 2013 auf Kreisebene agierende, überaus traditionsreiche dritte Mannschaft des SVB wurden quasi zusammengelegt, wobei von den ehemaligen Brandenburgligisten kaum ein Akteur beim SVB blieb. Inzwischen spielt die Reserve-Elf in der Landesliga Nord und hat sich nach zwei überaus schweren Jahren im Mittelfeld etabliert. In dieser Spielzeit spielt die Zweete nicht nur sportlich eine gute Rolle, sondern bietet für rekonvaleszente Spieler des Regionalliga-Kaders eine Plattform für die Wiedereinstieg in den Spielbetrieb.

Eine Serie starten

SVB vs. Luckenwalde 6:1 (1:0)Wider alle herbeischwadronierten Rückrunden-Traumata bezwang der SVB am vergangenen Freitag die Gäste vom FSV Luckenwalde eindrucksvoll mit 6:1. Nach dem Halbzeit 1:0 durch einen Freistoß von Bilal Cubukcu schraubten Andis Shala, Matthias Steinborn (2), Leon Hellwig und Lauritz Schulze-Buschhoff das Ergebnis in kaum erinnerliche Höhen. Am kommenden Freitag gastiert der SVB in Nordhausen und könnte mit einem weiteren Dreier die Top 5 der Regionalliga noch stärker unter Druck setzen.

Neues Jahr, neues Glück?

Liebe Freunde des SVB, liebe Abseits-Leser,

kurz vorm Fest erreichte uns die Nachricht, dass der SVB leider auf ein Winter-Trainingslager verzichtet. Auch wenn innerhalb von gut zehn Tagen bereits die erstaunliche Summe von 4.733,03 Euro durch Mitglieder, Fans und Freunde bereitgestellt wurde, hat der Vorstand entschieden, die Wintervorbeitung in Babelsberg und nicht in südlichen Gefilden zu absolvieren. Ursächlich für die Entscheidung war die Notwendigkeit, dass der Verein zunächst die gesamten Kosten hätte vorstrecken müssen.

Macht Euch bereit für den Abflug...

Nur ein einziges Mal musste sich unsere Elf in der Hinrunde der laufenden Spielzeit geschlagen geben. Daheim begegnete man den Spitzenteams der Liga auf Augenhöhe. Leider fehlte noch ein kleines Quentchen Glück oder Qualität. Daran gilt es zu arbeiten. Gelegenheit hierfür bietet die Wintervorbereitung, die ab dem 5. Januar im Karli startet. Um im Rahmen im Rahmen der Wintervorbereitung optimale Bedingungen für quantitativ und qualitativ hochwertiges Training zu bieten, sammeln Vereinsmitglieder, Fans, Freunde und Sympathisanten für ein Trainingslager in südlichen Gefilden.

Zwischenstand: 4.533,03 (Stand 25.12.2015)

Zum aktuellen Stand des Trainingslager-Supports ..:: weiterlesen ::.. drücken.

Schickt die Erste ins Trainingslager!

Diese Truppe hat Perspektive!Die Regionalliga-Mannschaft des SVB beendete am Sonntag die Hinrunde mit einem respektablen siebten Platz. Zu Hause ist unsere Equipe ungeschlagen. Insgesamt musste lediglich eine Niederlage beim BAK quittiert werden. Die Spitzenteams aus Nordhausen, Jena, Zwickau und vom BFC konnten im Karli nicht gewinnen. Der Rückstand auf den Ersten der Tabelle, Wacker Nordhausen, beträgt zwar zehn Punkte. Doch dies ist kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen. In der Rückrunde besteht ohne Zweifel die Möglichkeit, diesen Rückstand zu verkürzen. Die Fähigkeiten dazu hat unsere Mannschaft allemal. Wir wollen deshalb, dass der Verein die erste Mannschaft ins Trainingslager schickt, um bestmögliche Voraussetzungen für eine optimale sportliche Leistung in der Rückserie zu schaffen.